Aula der Tellkampfschule, 2/3 gefüllt, vier junge Leute treten unter leichtem Applaus auf die Bühne. Es wird still. Vierstimmig präsentieren sie „Abschied vom Walde“ von Felix Mendelssohn Bartholdy – Gänsehaut! Was für großartige Stimmen in so jungem Alter – unglaublich! Begeisterungsrufe aus dem Publikum bereits nach dem ersten Lied. Wie geht das hier weiter beim Benefizkonzert Hoffnung?
Im 2.Lied singen die Vier „Weischus dü“. Das beliebte Chorlied im walliser Dialekt drückt die tiefe Verbundenheit mit der Heimat und einer geliebten Person aus. Andächtige Atmosphäre und dann nach dem Lied wieder Begeisterung. So geht es weiter, immer weiter. Andere junge Künstler*innen treten auf und bieten ihr Können dar, großartig!!
Was für eine Gruppe hatte die Veranstalterin Aurelia Sánchez Novo aus dem 13. Jahrgang der Tellkampfschule hier zusammengestellt? Die Überraschung ist noch größer, als sie in ihrer Ansprache berichtet, dass sie selbst einige Musiker*innen erst kurz vor ihrem heutigen Auftritt kennengelernt habe.
Sie erzählt auch, dass ihre Oma vor Jahren aus Spanien gekommen sei, um in Deutschland zu leben und dabei trotz Rassismus und Diskriminierung stark blieb und ihre Ziele verfolgte. Im Andenken an ihre Oma wollte sie in diesem Konzert jungen Leute einen Auftritt ermöglichen und auch Geld für den Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e.V. (UFU) sammeln, damit junge Menschen aus anderen Ländern in Hannover unterstützt würden und nicht die Situation ihrer Oma erleben müssten.
Die Gänsehautmomente gehen in dem Konzert weiter. Ob allein, zu zweit, zu viert oder gemeinsam im Chor, alle waren hervorragend in ihren musikalischen Präsentationen, ob vokal oder instrumental (Piano, Geige, Klarinette), ob Bach oder Gershwin
Die Begeisterung der jungen Künstler*innen hatte wohl schon lange im Vorfeld des heutigen Konzerts angefangen, als untereinander Kontakte geknüpft wurden, um so eine ergreifende musikalische Darbietung zu planen.
Das Konzert hätte viel mehr Zuhörer*innen verdient gehabt. Es endete natürlich! mit stehendem Applaus. Das bunte Programm mit Sänger*innen und Instrumentalist*innen des Mädchenchores und des Knabenchores Hannover war ein großartiger Erfolg. Aus den angekündigten 90 Minuten waren letztendlich 150 Minuten musikalische Begeisterung geworden.
Ein großer Dank gilt der Veranstalterin und ihrer Oma, den jungen Künstler*innen und den Spender*innen für den UFU.
Rudolf Kleine-Huster
Weischus dü?
Ich glöübu nid, dass dü sus weischt,
dass dü mich der mis Läbu treischt.
Dass dü mier Hüs und Heimat bischt,
und wenn dü fehlscht, d’Sunna erlischt.
Ich glöübu nid, dass dü sus weischt,
dass dü mich der mis Läbu treischt.
Wa her ich üf, wa fangscht dü a?
Wa isch der Zü? Säg, weischus dü?
Autor: Hannes Taugwalder
